In meiner Diplomarbeit am Institut für Biologie Fachdidaktik an der Karl-Franzens-Universität Graz (2015) habe ich mich mit dem Zusammenhang von Biologie und Kreativität und in weiterer Folge mit der künstlerischen Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Themen beschäftigt.

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Basierend auf den Grundlagen der Wahrnehmungspsychologie und den Ansätzen der konstruktivistischen Lerntheorien, wurde untersucht, inwieweit die Zeichnung als Handwerkzeug für den Erkenntnisgewinn und in ästhetischen Bildungsprozessen genützt werden kann. Dazu wurde zum Thema der Verhaltensforschung das Unterrichtkonzept „Das Geheimnis der Flamingos“ (10./ 11. Jgst., AHS) entwickelt, dies diente als Basis für eine Vergleichsstudie, wo der Einfluss des Zeichnens auf die bewusste Wahrnehmung und mögliche Auswirkungen auf Verständnis und Merkleistung untersucht wurden. Ferner wurde analysiert, ob das Medium des Zeichnens auch die sinnliche Erfahrung unterstützt, welche Vorerfahrungen notwendig sind, um das Zeichnen als Lernmethode und Ausdrucksmittel nützen zu können, und welche Interessens- und Wahrnehmungsschwerpunkte in den Zeichnungen sichtbar werden.

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????????????????????????????????????                  ????????????????????????????????????In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass das Zeichnen als naturwissenschaftliche Dokumentationsmethode im Unterricht sinnvoll genützt werden kann, die schreibende Vergleichsgruppe schnitt in den Testungen aber durchwegs besser ab. Ein positiver Effekt des Zeichens auf die Merkleistung konnte daher nicht festgestellt werden. In den Zeichnungen war sowohl ein wissenschaftlich-objektiver Anspruch als auch eine individuell-kreative Annäherung an das Thema erkennbar. In ihrer Ausgestaltung unterschieden sich Mädchen (öfter farbig, naturalistisch) und Burschen (vermehrt abstrahiert) voneinander, geschlechtsspezifische Unterschiede waren auch beim Interesse und den Vorerfahrungen evident. Um das Zeichnen als sinnvolle Lernstrategie einsetzen zu können, wäre es notwendig, diese Methode noch stärker im Unterricht zu etablieren.

Abstract( engl. Version)
The work is about the connection of biology and creativity, and how this can lead to an artistic approach to scientific topics. Based on the principles of perception psychology and the constructivistic approaches to theories of learning and action it was examined, to what extent drawing can be used as a tool for acquisition of knowledge and aesthetic education processes. Therefore the teaching concept “The mystery of the flamingos” (concerning behavioral biology, in 6th/ 7th grade of AHS) was developed. This served as a basis for a comparative study, where the influence of drawing on the visual perception and its potential impact on understanding and memory performance was tested. It also has been analysed, whether the medium of drawing promotes aesthetic involvement, which previous experience are necessary in order to use drawing as a learning method and means of expression, and if interest and priorities of perception are noticeable in the drawings.The results of the study showed, that drawing as a scientific research and documentation method can be effectively used, but nevertheless the comparison group, which wrote its observations down, achieved consistently better results. Therefore a positive effect off drawing on memory performance could not be determined. A scientifically objective claim as well as an individual and creative approach to the topic was visible in the drawings. In the (artistic) arrangement, the style of girls (often coloured, naturalistic) and boys (increasingly abstracted) differed. Gender differences were also evident in the field of interest and the prior experience. To use drawing as efficient learning strategy, it would be necessary to establish this method even more in the classroom.
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